Alte Zöpfe und neue Aussichten

Am 18.02.2019 traf sich die Altstadtkompanie zur jährlichen Hauptversammlung im Gasthaus „zum Braunen Hirschen“, um die Ereignisse aus dem vergangenen Jahr noch einmal Revue passieren zu lassen und die Planungen für das Schützenjahr 2019/20 zu besprechen. Vorab: Der neue König wurde noch nicht abschließend bestimmt. 😉

Aufgrund reger Teilnahme (39 Schützen) und der daraus resultierenden Enge musste man sich über die Platzverteilung noch einmal Gedanken machen. Kurzerhand hielt man es wie auf den früheren Familienfeierlichkeiten: die Jungschützen, darunter auch Kronprinz Bastian Büchel, wurden an den „Kindertisch“ umgesiedelt. Um 19:30Uhr eröffnete dann Hauptmann Rüdiger Böger die Versammlung. Um sich Gehör zu verschaffen und die geschwätzigen Rabauken am besagten „Katzentisch“ zur Ruhe zu bringen, machte er reichlich Gebrauch von der „Jetzt-red-i“ – Glocke. Leider vertrug das altersschwache Gießereiprodukt die forcierte Gewalteinwirkung nicht mehr so recht, woraufhin sich der Schlägel verabschiedete und quer durch den Raum flog. Diese Drohung hatten die Redseligen verstanden, so dass der Programmablauf beginnen konnte.

Es wurden zunächst alle Honoritäten begrüßt, darunter auch der „historische“ Doppelkönig Heinrich Homann, der „mach’s nochmal“ – Doppelkönig Christian Ghiacomin sowie der amtierende Kronprinz Bastian Büchel.

Während man auf das deftige Abendessen wartete und derweil schon einige Tagesordnungspunkte besprechen konnte, rief der Laptop unseres Hauptmanns dringlich nach Energie. Nach kurzer Suche einer geeigneten Stromquelle fand man diese im Boden. Unglücklicherweise befand sich die e.On- Dockingstation mitten im Raum und erwies sich als Stolpergefahr, also musste die Steckdose großräumig und professionell abgesichert werden. Mangels Hütchen, Baken und Flatterband begnügte man sich pragmatisch mit einem Stuhl, der fortan wie in einem Gerichtssaal dort die Stellung hielt. Gefahr gebannt.


Gegen 20:15Uhr wurden dann endlich der hervorand schmeckende Grünkohl mit Kasseler, Gemüsewurst und Bratkartoffeln kredenzt. Da hatte die Familie Tominaj, die das Traditionshaus betreibt, ganze Arbeit in der Küche geleistet. Das Menü wurde durch Detmolder Landbier abgerundet. Allerdings wurden die Kehlen zunächst ein wenig dröge gehalten, und so griffen die dehydrierten Kameraden dankbar nach dem Bier, als es endlich gülden scheinend seinen Weg an die Tische fand.

Nachdem die letzte Wurst verputzt und die Reste des westfälischen Schmauses abgeräumt waren, folgte der Ausblick aus das kommende Schützenfest. Hier wurde den geänderten gesellschaftlichen Umständen Rechnung getragen, so dass es im künftigen Ablauf viele Neuerungen gibt: So findet das Königschießen dann bereits am Samstag vor dem Schützenfest statt. Zwei Wochen später beginnt das Volksfest schon am Freitag, an dem vor dem Zapfenstreich die Königin und der König gekrönt werden sollen. Das Gabelfrühstück wurde auf den Morgen des Samstages verlegt, die Parade findet dann am Sonntag statt. An diesem Tag klingt das Fest dann auch aus. Damit wird unter anderem der Tatsache Rechnung getragen, dass sich viele Beteiligte und Gäste den bisher üblichen Schützenfest- Montag nicht mehr freihalten können oder möchten. Dieser neue Ablauf wurde natürlich angeregt diskutiert, dabei auch aufkommende Fragen notiert, um diese an den Bataillonsvorstand weiter zu geben.

Auch die Jungendarbeit unserer Kompanie und der Gilde wurde lobend erwähnt. In dieser Zeit ist es nicht einfach, junge Menschen für das Brauchtum zu begeistern. Das Engagement von den hier tätigen Mitgliedern ist ein wertvolles Glied im Fortbestand unseres Vereines.

Wie in jedem Jahr wurden auch Beförderungen und Ehrungen bekannt gegeben: Ralf Friedrich wurde zum Offizier befördert sowie Daniel Kemna zum Unteroffizier. Für Raunen sorgte die Information, das Heinrich Hohmann vom Bataillon für „50 Jahre Mitglied im Offizierskorps“ geehrt werden soll – waren viele der Anwesenden doch noch „flüssig“, als Heinrich schon den grünen Rock anzog!

Hauptmann Rüdiger Böger (Mitte) hat seinen bestätigten Vorstand um sich geschart

Zu guter Letzt stand die Neuwahl des Kompanievorstandes an. Einstimmig wurde der alte Vorstand aus Hauptmann Rüdiger Böger, Kassenwart Volker Schadow und Schriftführer Jörg Böger bestätigt. Somit steht unserer Truppe auch weiterhin der große Erfahrungsschatz der Gewählten zur Verfügung. Unter anderem ist es ihrem Engagement zu verdanken, dass die Altstattkompanie aus dem „Kirchturmdenken“ heraus kam und mittlerweile einige enge Kontakte zu anderen Schützenvereinen wie dem in Langeland und Brakel unterhält.

Nachdem alle offiziellen Punkte besprochen waren, folgte noch ein entspanntes Beisammensein, bei dem manch alte Vereinsgeschichten zum Besten gegeben wurden.

NB