„Abschmücken“, aufs Wesentliche reduziert

(Archivbild)

Regelmäßig am Dienstag nach Schützenfest sollen die bunten Fähnchen, die vor dem Fest aufgebimmelt werden, auch wieder zurück in die Kisten. Leider hatte das Wetter etwas anderes vor: Ausgerechnet an diesem Tag gedachte der Wettergott die zu Schützenfest spendierte Sonnenperiode zu beenden. So standen die zu Rückbauarbeiten bereitstehenden Mannen und Frauen nun am besagtem Dienstag Mittag in des Hauptmannes Garage, schauten wie ein Rudel Erdmännchen erwartungsvoll in den grauen Himmel und waren zur Tatenlosigkeit verdammt.

Denn auch, wenn der meiste Regen an den blau-gelben Stoffdreiecken vorbei fiel, wurden diese durch die Gelegenheitstreffer trotzdem nass. Nasse Wimpelketten sollte man aber nur in Kisten packen, wenn man sie danach sowieso zum Entsorgungshof bringen möchte, da sie dann anfangen zu schimmeln. Die Ketten waren jedoch noch in hervorragendem Zustand, und so entschloss man sich dazu, sie zunächst in der Hoffnung auf besseres Wetter dort hängen zu lassen, wo sie in der vergangenen Woche lustig flatternd vom jährlichen Traditionsfest kündeten. Stattdessen fuhr die Mannschaft gleich mit Punkt 2 der Tagesordnung fort: Das Einholen der großen Fahne am Antreteplatz. Immerhin benötigte man zum Einlagern des Fahnenmastes eine starke Truppe, die dazu in der Lage war, den langen Zachel unter das Dach der angrenzenden Scheune zu pfriemeln. Hernach bereitete man, da es immer noch regnete, den Platz schon mal auf die „Abtakel-Party“ vor, indem Pavillons aufgebaut, Bier gekühlt und Kochstellen hergerichtet wurden. Mit blindem Optimismus wurden hunderte Pilze bei lebendigem Leibe in heiße Pfannen geworfen, in der Hoffnung, dass die Gäste trotz des Wetters schon kommen würden. Einige Gönner brachten auch Salate mit, ein pürriertes und in kurze Schläuchlein verfülltes Schwein wurde auf die vor sich hin oxidierende Holzkohle gelegt, und der Optimismus wurde belohnt: Zum späten Nachmittag hin verdrängte die Sonne die Wolken und trocknete den Antreteplatz, auf dass die nun zahlreich herbeieilenden Gäste ihre Kehlen mit Strates Hopfentrunk befeuchten konnten! Bei nun angenehmem Wetter füllte sich die Lokalität auch mit allerlei Honoritäten: Altkönig Christian Giacomin und Neukönig Christof Loke samt ihrer Gefolge konnten begrüßt werden, der Wanderkettenträger Jörg Böger war schon beim Errichten der fliegenden Bauten anwesend (Ehre befreit nicht von Arbeit 😉  ), und der amtierende Kronprinz Bastian Büchel mit seinem Hofstaat verkosteten ebenfalls die dargebotene kulinarische Versorgung.

A Propos „Versorgung“: Zur Abwechslung gab es neben den üblichen Erfrischungen in diesem Jahr auch Erdbeerbowle, über die sich besonders König Christof in schon fast unanständiger Weise hermachte. Er war offensichtlich  begeistert von dem veganen Mix aus prickelndem Gebräu und frischem Obst, denn man sah den Würdenträger kaum mehr mit einem leeren Bowletässchen – es sei denn, er hatte in der anderen Hand die Kelle zum Nachfüllen. Herzlichen Dank dafür also an Frau Hauptmann Nicole Böger, auch im Namen Ihrer Majestät …

Hinten: Kronprinzen-Adjutant Marco, König Christof mit Erdbeerbowle, auf Reserve betriebener Kronprinz Bastian, Adjutant Philipp. Vordere Reihe: Ein Foto aus energiereicheren Tagen …

Des Kronprinzen Adjutanten Philipp Staub und Marco Bruns hatten für ihren Traumprinzen noch eine Überraschung in Petto: Zur Erinnerung an ein phantastisches Schützenfest und eine gute Zeit schenkten sie ihm ein großformatiges Bild für „übers Soffa“, worüber der Beschenkte sich sehr freute. Dieses zeigte er auch im Rahmen seiner Möglichkeiten – die allerdings zu diesem Zeitpunkt schon etwas begrenzt waren: Drei Tage Dauerfeiern nach einer Woche der stressigen Vorbereitung hinterließen an seinem Energievorrat erhebliche Schäden. Bastian gab sich in den letzten Tagen alle Mühe, mit der Vereinsjugend ordentlich zu feiern (natürlich nur, um die teils recht neuen Mitglieder weiter an den Verein zu binden. Herzlichen Dank für dieses Opfer!).

Zum Ende des Abends blies Ingo Behring mit seinem schottischen Dudelsack die Veranstaltung unter der trommelnden Begleitung seiner Frau Nadine ab, worüber sich die anwesenden Gäste auch freuten. (Über die unbeteiligten Nachbarn kann hier natürlich keine Aussage getroffen werden …) Auch Julia Kappe gab wieder ihre Sangeskünste zum Besten, wodurch sie der in dieser Sparte wenig geschulten Mannschaft der Zweiten zeigte, wie ein sauberer Kammerton zu schmettern geht. Die Wimpelketten indeß mussten dann am nächsten Tag eingesammelt werden, was natürlich auch einen „Resteverzehr“ mit sich brachte. Immerhin hatte der Wettergott ein Einsehen und schloss hierzu die Himmelsschleusen, auf dass die Wimpel trocken eingetuppert werden konnten und somit auch im nächsten Jahr hoch über der Türkei flattern werden.

IB